Es gibt Orte, die man nicht besucht, sondern die einen aufnehmen. Ourtzagh ist so ein Ort.
Wer aus dem Tal heraufkommt, sieht zuerst die Hügel. Sie liegen weich und wellig da, im Frühjahr grün bis zum Horizont, im Sommer in einem trockenen Gold, das an altes Getreide erinnert. Dazwischen Olivenbäume, die dort älter sind als jeder Mensch, der sie heute erntet. Über allem ein Licht, das die Formen nicht schärft, sondern weitet.
Wir sind diese Wege viele Male gegangen. Und mit jedem Mal wurde deutlicher: Dieser Ort spricht. Nicht laut, aber beständig.
Jetzt vorbestellbar
Das Buch ist ab sofort in unserem Shop vorbestellbar. Die erste Auflage umfasst 200 Exemplare. Sobald der Druck abgeschlossen ist, geht es auf den Weg, und wir melden uns bei allen, die vorbestellt haben.
Hier bestellen.

Die Menschen, denen das Land gehört
Am Fluss, am Oued Ouergha, sitzt eine Frau und schneidet Kräuter. Sie tut es nicht eilig. Sie schaut die Pflanze an, bevor sie sie nimmt, und lässt stehen, was noch stehen bleiben soll. Auf die Frage, woher sie weiss, welche Pflanze wofür gut ist, sagt sie nichts über Bücher. Sie sagt, ihre Grossmutter habe es ihr gezeigt.
In diesem Satz liegt alles.
Was diese Frauen wissen, ist nie geschrieben worden. Es ist von Hand zu Hand gegangen, von Blick zu Blick, über Generationen. Es lebt in Menschen, nicht in Archiven. Und darin liegt seine Kraft und zugleich seine ganze Zerbrechlichkeit.
Denn die Enkel leben heute in Fès, in Casablanca, in Europa. Was nicht weitergegeben wird, verschwindet. Nicht langsam, sondern mit einem einzigen Menschen.
Warum wir es Kindern erzählen
Man kann solches Wissen sammeln, ordnen und dokumentieren. Das ist richtig und notwendig. Aber es wird dadurch nicht lebendig.
Lebendig wird es dort, wo ein Kind eine Pflanze zum ersten Mal in der Hand hält und fragt, warum sie hier wächst und nicht dort. Kinder begegnen der Welt noch ohne Absicht. Sie wollen nichts von ihr, sie wollen sie kennen. Genau diese Haltung ist es, die wir bei den alten Frauen am Fluss wiedergefunden haben.
Deshalb ist aus unseren Reisen kein Bericht geworden, sondern eine Geschichte.
Worum es geht
Nael lebt in einem kleinen Dorf bei Ourtzagh, zwischen Hügeln und Olivenbäumen. Eines Tages bringen seine Eltern ein krankes Kaninchen mit nach Hause. Es heisst Amran.
Am nächsten Morgen packt Nael Brot und Oliven ein und geht los, um die Pflanze zu finden, die Amran heilen kann. Sein Weg führt ihn zur alten Festung von Amergou, an den Fluss und zu ZamZam, die weiss, wo die Kräuter wachsen.
Doch die Natur gibt ihre Geheimnisse nicht einfach preis. Erst als Nael sich selbst vergisst und den Bienen hilft, ihre Königin zu finden, bekommt er, wonach er gesucht hat.
Das ist der Kern der Geschichte: Man empfängt, wenn man gibt.
Die Orte gibt es wirklich
Die Festung von Amergou steht dort. Der Oued Ouergha fliesst dort. Die Frauen, die Thymian und Salbei sammeln, gibt es.
Das war uns wichtiger als jede erfundene Kulisse. Ein Kind, das diese Geschichte gehört hat, soll eines Tages dort ankommen und die Orte wiedererkennen. Dann ist aus dem Gelesenen etwas Eigenes geworden.
Vom Blatt zum Buch
Geschrieben haben wir es zu zweit, Mohammed und Heide-Marie Blal. Die Illustrationen suchen dieselbe Weichheit, die dort oben im Licht liegt.
Gedruckt wird es als Hardcover, 21 mal 21 Zentimeter, 28 Seiten, durchgehend farbig, auf cremefarbenem Naturpapier. Die erste Auflage umfasst 200 Exemplare.
Dass ein Buch aus Papier besteht, aus einem Stoff also, der einmal Baum war, ist dabei kein Nebengedanke. Es soll sich so anfühlen, wie es gemeint ist.
Was mit dem Erlös geschieht
Homeland Morocco setzt sich in den marokkanischen Gebirgen für biodynamische Landwirtschaft, den Erhalt von Heilpflanzen und das Wissen der Amazigh ein. Der Erlös aus dem Buchverkauf fliesst in diese Arbeit vor Ort.
So schliesst sich ein Kreis. Was wir dort empfangen haben, geht in anderer Form dorthin zurück.
Jetzt vorbestellbar
Das Buch ist ab sofort in unserem Shop vorbestellbar. Die erste Auflage umfasst 200 Exemplare. Sobald der Druck abgeschlossen ist, geht es auf den Weg, und wir melden uns bei allen, die vorbestellt haben.
0 Kommentare